Europa League oder Kreisliga – Hauptsache, der Gegner kommt aus Portugal. Diesen Eindruck konnte man beim bisher größten Erfolg des SC Freiburg gewinnen. Schon fast in Vergessenheit geraten war das erste Aufeinandertreffen zwischen dem SC Freiburg und einer portugiesischen Mannschaft, die ebenfalls Freiburg im Namen trägt: dem FC Portugiesen Freiburg.
Im Jahre 1992, noch vor den ersten europäischen Spielen des SCF, kam es im Rahmen eines Benefizspiels zum Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg, der nahezu mit voller Kapelle unter Trainer Volker Finke einen ungefährdeten 14:0-Sieg einfuhr. Wichtiger als das Ergebnis war aber der eingespielte Betrag für den verstorbenen Platzwart der SG Weingarten, Hans Greiner. Die Sport-Club-Profis rundeten großzügig auf. Für die Amateure des FC Portugiesen ein unvergessliches Erlebnis.
Trotz einiger Trainingslager an der Algarve war das zweite Kräftemessen mit einer portugiesischen Mannschaft nicht so erfolgreich für den SC Freiburg. Gegen Estoril Praia schied er mit einem unansehnlichen 0:0 in Estoril nach einem 1:1 daheim aus (wir erinnern uns an die damals geltende Auswärtstorregel).
Und heuer das beste internationale Jahr des SC: Im Halbfinale der Europa League ging es gegen den SC Braga, der den favorisierten Real Betis Sevilla trotz 0:2-Rückstands im Rückspiel noch ausschalten konnte. Der SC Freiburg verlor das Hinspiel in Braga mit 1:2, und am Tag des Rückspiels knisterte eine tolle Atmosphäre in Freiburg – auch wegen der vielen Fans aus Braga. Der Medienhype war ungewöhnlich für Freiburg, und mittendrin der FC Portugiesen. Das historische Spiel und die lange Historie des Vereins in Freiburg waren Thema in zahlreichen deutschen und portugiesischen Zeitungen und TV-Sendungen.
Der SC Freiburg schaffte es, begünstigt durch eine frühe Rote Karte gegen Braga, ins Finale. Das ging leider verloren. Hoffen wir auf einen weiteren Vergleich gegen Braga in der Conference League 2026/27.